Sektion Hildesheim des
Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

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Berghütten

DAV-Hildesheim

1999: Alpiner Basiskurs – Ein Greenhorn im Alpenverein


Ich bin nicht mehr die Jüngste und auch nicht die Sportlichste und Erfahrung im Bergwandern habe ich auch nicht. Aber im Herbst will ich mit Freunden nach Südtirol in den Rosengarten. Da dachte ich, es sei schon besser, wenn ich mich etwas darauf vorbereite. Also ging ich zum Alpenverein, um mich für ein Trainingswochenende anzumelden. Zu meiner vorhandenen Ausrüstung gehörten ein Paar brauchbare Trekkingschuhe und ein bisschen Muskelkraft. Freitag um 18.00 Uhr war Treffen in Oderbrück.

Einige Teilnehmer konnten schon von anspruchsvolleren Kletterpartien berichten. Walter gab uns abends schon mal einige Verhaltensmaßregeln in den Bergen. Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück gestärkt zu den Mäuseklippen. „Hört sich ganz gut an“, dachte ich „Ist bestimmt nicht so schwierig“. Zunächst sahen sie auch gar nicht so spektakulär aus. Aber bevor wir mit den Mäuseklippen Bekanntschaft machen konnten, sollten wir die wichtigsten Knoten lernen. Wenn ein Knoten mal nicht so richtig klappen wollte, war immer gleich Hilfe da, wie in jeder anderen Situation auch. Helme und Gurtzeug wurden dann verteilt und angelegt. Schließlich waren wir aus- und gerüstet um unsere Kletterkünste unter Beweis zustellen.

Es wurden Gruppen gebildet, da es verschiedene Stationen mit unterschiedlichen Anforderungen gab. Mit meiner Gruppe ging es zum Abseilen. Für mich hieß es „erstmal abwarten, ob man auch heil unten ankommen kann“. Dann dreimal tief durchatmen und nachdem alle Knoten kontrolliert waren und nochmals Mut zugesprochen worden war ging es abwärts. Das Gefühl, wieder Boden unter den Füßen zu haben und die geschaffte Strecke anzusehen ist phantastisch. Bei der nächsten Station sollten wir uns nur mit Eigenhilfe aus einer „Felsspalte“ befreien. Bei einigen Teilnehmern sah es ganz einfach aus, wie sie sich mit Hilfe von zwei Seilen – eins für den Fuß, eins am Gurt befestigt – am heruntergelassenen Seil Hoch hangelten. Und es war auch zu schaffen. Das Abseilen, bei dem eine andere Person die Geschwindigkeit vorgibt, war noch zu bewältigen. Bei einem kleinen Ausrutscher war es gut, dass der Kopf durch einen Helmgeschützt war. Zwischendurch gaben uns die Bergführer immer wieder Tipps und machten auf evtl. Gefahren aufmerksam. Gehen am Sicherungsseil auf einer einfachen Strecke war die letzte Station.


 

Eine kleine Wanderung zu den „Schnarcher-Klippen“ war die Unterbrechung, bevor wir feststellen konnten, dass die Mäuseklippen doch nicht so unspektakulär sind, wie anfangs geglaubt. Zwar waren wir angeseilt, aber an manchen Felswänden stand ich zunächst ziemlich ratlos.
Während des Tages entwickelte sich ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe. Man motivierte sich, wenn nötig, gegenseitig. Als es zum Quartier zurückging, war man nicht nur auf sich, sondern auf die ganze Gruppe stolz.

Während wir uns die Kohlrouladen schmecken ließen, war Walter der Meinung, dass unsere Muskeln doch noch ein bisschen mehr hergeben und machte den Vorschlag, eben noch schnell auf den Brocken zu marschieren. Die Bergkameraden, die eben noch müde wirkten, waren sofort hellwach und hatten flink die Bergschuhe wieder angezogen. Die Rucksäcke mit Leckereien gefüllt, konnte es gegen 20.30 Uhr losgehen. Ein auf dem Hinweg wunderschöner Sonnenuntergang und auf dem Rückweg klarer Sternenhimmel lohnten den Weg. Nach einem kleinen Schlummertrunk war um 1.00 Uhr Nachtruhe.


 

Sonntag sollte es auf die Studentenklippen gehen. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass die Felsen schon von einer anderen Gruppe belegt waren. Im Alpenverein ist man flexibel, also machten wir eine Wanderung bei herrlichem Sonnenschein – unter Wanderung versteht man im Alpenverein allerdings etwas anderes als ein Sonntagsspaziergänger.
An einer lichten Stelle demonstrierten uns die Profis wie ein Abgestürzter aus einer Gletscherspalte geborgen wird.

Bevor es wieder zum Parkplatz zurückging, ließen wir es uns vor einem Lokal bei Currywurst und Pommes richtig gut gehen. Es gab vom und an die Bergführer Lob. Schnell noch ein Gruppenfoto, dann ging es, nach diesem für mich außergewöhnlichen Wochenende, glücklich und zufrieden nach Hause.

Ich bin nicht mehr die Jüngste und auch nicht die Sportlichste, aber ich habe alle Übungen mit viel Spaß mitgemacht, alles geschafft und habe jetzt ein bisschen Erfahrung im Bergwandern. Ich werde Mitglied im Alpenverein und werde im Juli die Hildesheimer-Hütten-Tour mitmachen.


 

Marlen


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